Dafür stehe ich

  • Die Zukunft braucht Ressourcen.

    • Gesundheit ist eines der beherrschenden Zukunftsthemen – und bereits heute ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Deutschland, Sachsen und Dresden.
    • In der Landespolitik erhält die Gesundheit jedoch zu wenig Aufmerksamkeit. Das werde ich ändern.
    • Dafür braucht es sinnvolle Investitionen in Kliniken – und langfristige Förderung der Forschung, um ihr Raum und Atem zu geben.

    Gesundheit ist neben Ökologie und Digitalisierung der größte Trend des 21. Jahrhunderts. Aus allen drei Trends speist sich für uns moderne Menschen immer stärker unser Alltag. Als Arzt ist es meine Aufgabe, diese Bereiche zusammen zu denken. Das Gefühl „Gesundheit“ ist für uns Menschen mehr als nur Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen – und das in jedem Lebensalter. Diese Vision ist bis heute Maßstab des ärztlichen Handelns in Kliniken, Praxen und Forschung.

    In Deutschland arbeiten mittlerweile über vier Millionen Menschen in der Gesundheitsbranche. Wenn man auch die Bereiche der komplementären Medizin, Ernährung, Sport etc. dazu zählt, sind es bedeutend mehr. Ein großer Wirtschaftsfaktor, ein wichtiger Arbeitsbereich und ein wachsendes System, mit dem alle in Berührung kommen.

    Der Freistaat Sachsen hat ein wenig begonnen, sich der wachsenden Bedeutung der Gesundheit zu stellen. Der 2. Pflegegipfel der SPD-Fraktion im März dieses Jahres oder die Enquete-Kommission zur Pflege stellen die Bedürfnisse aller Mitarbeitenden im Gesundheitswesen in den Mittelpunkt.

    Neues Wissen zur besseren, effektiveren Behandlung muss aktiv erforscht werden – und hier bietet Dresden die hochgradig agile und dynamische Szene, die man braucht. Forscherinnen, Wissenschaftler, Professorinnen – an Universitäten und in den vielen Forschungseinrichtungen, die wir um die Uniklinik Dresden oder auch in Dresden-Gruna finden. Die Dresdner Forschungsszene schafft neue Arbeitsplätze, bringt neue Unternehmen hervor und ist damit ein nachhaltiger, stabiler Wirtschaftsfaktor.

    Umso interessanter ist es, dass sich in der Landespolitik niemand wirklich der Gesundheit und allen angegliederten Bereichen in ihrer Ganzheitlichkeit widmen möchte. Dabei hat die Landespolitik einen großen Einfluss auf das konkrete System: Denn der Freistaat finanziert Krankenhäuser mit. Spart er hier, müssen die Krankenhäuser entweder beim Personal oder bei den Investitionen sparen. Solide festzustellen, welche Häuser welche Leistungen wo erbringen sollten und diese dann ordentlich ausfinanzieren – das muss wieder der Anspruch der Landespolitik werden!

    Der Freistaat legt auch fest, welche Summen die Universitäten erhalten und in welchem Rhythmus Fördergelder ausgeschrieben werden. Forschung braucht einen langen Atem – die Förderperioden müssen deutlich verlängert werden, die Grundfinanzierung erhöht werden!

    Das Gesundheitssystem mit seinen Berufen ist ein komplexes System mit vielen unterschiedlichen Mitspielern. Eine Sache betrifft jedoch alle Heilberufler und damit auch mich ganz persönlich: Seit Jahren stellen wir alle einen zunehmenden Übergriff auf die freie Gestaltung unserer Berufe fest. Mehr Dokumentation, mehr Abrechnungen, mehr Rechtfertigungen, mehr Arbeitsverdichtung, mehr Druck. Der konkrete Kontakt zum Patienten ist in den Hintergrund gerückt. Das Ergebnis sind schlechte Behandlungsverläufe, unzufriedene Mitarbeitende, Drehtürmedizin und im schlimmsten Fall: geschädigte Patienten. Dadurch werden die Kosten nicht gesenkt – sie steigen.

    Die Landespolitik und insbesondere aktuell die Bundespolitik muss ehrlich und aufrecht die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen achten und Vertrauen schenken. Denn letztlich wissen die Fachleute vor Ort am besten, was „ihre Patienten“ brauchen – und vor allem: was nicht.

    Gesundheit ist damit zentral für mein politisches Denken. Es integriert die unterschiedlichen Gebiete und ist eine große Herausforderung. Auch die Bereiche Stadt-Land & Ökologie sowie Forschung & Wissenschaft sind untrennbar damit verbunden.

  • Starkes Land bedeutet starke Stadt.

    • Stadt und Land sind untrennbar miteinander verbunden. Das muss ins Bewusstsein der Bürger*innen rücken.
    • Für die nötige ökologische Wende brauchen wir jeden, gerade jene auf dem Land.
    • Mit schnellem Internet und regelmäßigem öffentlichem Nahverkehr lässt sich die Abwanderung in den Griff kriegen und der Druck auf die Städte senken.

    Aufgewachsen bin ich auf dem Land. Auch wenn ich seit 2011 in Dresden lebe, die Sichtweise der ländlichen Bevölkerung auf die Einwohner von Städten bleibt mir immer lebendig vor Augen. Umso mehr ist Kontakt und Austausch zwischen diesen beiden, mit ihren manchmal gegensinnig wirkenden Lebensstilen, dringend notwendig. Denn es gibt einen engen Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der ökologischen Wende, die wir unweigerlich in den nächsten Jahren deutlich intensiver gestalten müssen.

    Die Bevölkerung auf dem Land spürt den Lebenswandel in den städtischen Räumen und die allgemeinen umweltpolitischen Entscheidungen ganz konkret. Seien es manchmal in zu großen Massen aufgestellte Windräder, ein sinkender Grundwasserspiegel (auch weil im Sommer 2018 manche meinten, dass man „Stadtbäume“ mit Trinkwasser gießen sollte), zu große Ackerflächen und Ställe für billige Nahrung oder neue Stromtrassen für die Energiewende. Viele dieser Entwicklungen gehen auf Kosten der Landbevölkerung. Deswegen ist es für den urbanen Menschen wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen das eigene Leben letztlich hat. Die Entkopplung des Lebens von der Natur sorgt dafür, dass wir nicht mehr nachvollziehen, welche Auswirkungen die Veränderungen des Lebensstils und entsprechende Entscheidungen haben – und wie wir uns damit langfristig sogar selbst schaden.

    Es muss ein Anliegen der Landespolitik im Freistaat werden, diesen Kontakt wieder aufzubauen! Die ökologische Wende wird nur gemeinsam gelingen können. Darüber hinaus muss die Abwanderung vom Land umgekehrt werden. Stabile ländliche Städte und Gemeinden sind auch im Interesse der städtischen Bevölkerung. Weniger Abwanderung in die großen Städte nimmt den Mietdruck in diesen und stabilisiert die Gemeinschaften in den ländlichen Bereichen. Umgekehrt können dezentrale Energieversorgung, kurze Transportwege für Lebensmittel und intakte Wälder als Garanten für saubere Luft, Kühle im Sommer und ausreichend Grundwasser nur über lebendige ländliche Räume realisiert werden.

    Hier kann der Ausbau der digitalen Infrastruktur wahre Wunder bewirken – wie ich es aus meinem heimatlichen Main-Kinzig-Kreis kenne. In Kombination mit der Home-Office-Initiative der SPD können damit Arbeitsplätz auf dem Land geschaffen und gesichert werden. Auch die Gründung der Landesverkehrsgesellschaft durch Martin Dulig wird dem ländlichen Raum Schwung geben.

    Die Landespolitik hat einen großen Einfluss auf die Attraktivität des Landes. Lebendige Gemeinden zeichnen sich dabei vor allem durch ein intaktes Vereinsleben und gelebte Kultur aus. Das erlebt man in einem beeindruckenden Maße im Erzgebirge oder in der Region Zittau. An zu vielen Orten sind jedoch durch die Wende viele Säulen der Gemeinschaft zusammengebrochen – ohne Ersatz. Diese müssen wir nun neu aufwendig wieder etablieren – und unbedingt mit den Menschen vor Ort.

    Starkes Land bedeutet starke Stadt.

  • Forschung finanzieren heißt vor allem klug investieren.

    Dresden und insbesondere mein Wahlkreis Blasewitz – Tolkewitz – Gruna ist geprägt von bedeutenden Forschungseinrichtungen, die immer wieder in der internationalen Presse von sich reden machen.

    Die aktuellen Debatten in den Lebenswissenschaften sind in vielen Parteien durch Ängste geprägt. Ängste vor Veränderung, Ängste vor der Macht beispielsweise gentechnologischer Verfahren, der Experimentierfreude der Forscher, den Möglichkeiten den Menschen nachhaltig zu verändern. Auf der anderen Seite profitieren schon heute Millionen Menschen in Deutschland von Gentechnologie. Das einfachste Beispiel dafür ist Insulin. Dieses kann dank gentechnologischer Verfahren in großen Massen produziert werden, ist deutlich besser verträglich als das frühere Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen und kann individueller designt werden.

    Forschung schafft mehr als nur Arbeitsplätze. Ausgründungen aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen machen Dresden zu einer Stadt der Zukunft. Forschung kann Krankheiten besiegen – Dresdner Forscherinnen sind beim Typ 1-Diabetes führend. Aber es reicht nicht aus, darauf stolz zu sein.

    Die Landespolitik muss auf Forschung und Wissenschaft eine hohe Priorität legen. Denn Forschung finanzieren heißt vor allem: klug investieren. Dazu braucht es Offenheit, Verstand und ein fundiertes Wissen. Forschungsprojekte sollen wieder länger beplant werden, Stellen für Forscher und Wissenschaftlerinnen sollen langfristiger und sicherer werden. Die Freiheit von Forschung und Lehre muss gewahrt werden. Gleichzeitig braucht es mehr Selbstverwaltung an den Universitäten.

    Forschung und Wissenschaft ist nicht kalkulierbar, sie ist nicht planbar und sie wirft in einem Quartal auch mal keine Gewinne ab. Deswegen braucht es – ganz in guter sächsischer Tradition im Übrigen – die breite Zustimmung der Bevölkerung zum Wagnis Forschung. Denn Forscher benötigen Sicherheit und Schaffensräume für Freiheit und Kreativität, um letztlich für alle Menschen das Wissen zu erweitern, Probleme zu lösen, Technologien zu entwickeln und auch: Krankheiten zu heilen.